Coprinus comatus - der Tintenschopfling
Der Coprinus comatus, auch Schopftintling, Spargelpilz, Porzellantintling oder Tintenpilz genannt, ist ein Speisepilz, der aus der Familie der Tintlinge (Coprinaceae) stammt. Er kann leicht mit dem Faltentintling (Coprinus atramentarius) verwechselt werden. Letzterer kann allerdings zu Vergiftungen führen, wenn er mit Alkohol kombiniert wird. Man erkennt den Coprinus comatus an seinem fünf bis zehn Zentimeter hohen und etwa drei bis sechs Zentimeter breiten, eiförmigen Hut, der sich bei älteren Exemplaren glockenförmig öffnet. Junge Pilze sind weiß und nur an den Rändern beige bis rosafarben. Die Haut des Hutes ist an der Spitze rötlich bis braun und wird mit zunehmendem Alter schuppig. Das Fruchtfleisch ist weiß, die Lamellen sind bei jungen Pilzen weiß, aber nicht zu erkennen und werden im Alter rosa. Der Stiel ist schuppig, knollenförmig und weiß - er hat einen schmalen Ring, der den Coprinus comatus unverwechselbar macht. Der Coprinus comatus ist nicht lange haltbar. Wenn er nicht frisch ist, zerfließt er zu einer schwarzen tintenartigen Masse, wodurch diese Pilzart ihre Sporen verbreitet. Diese Flüssigkeit wurde sogar früher als Tinte verwendet. Man kann den in Europa heimischen Pilz, der von April bis November an Wegrändern, auf Äckern und auf Wiesen wächst, auch selbst mit geimpftem Myzel anbauen. Er lässt sich leicht kultivieren. In Städten sieht man den Coprinus comatus oft auf gedüngtem Rasen wachsen. In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird der Coprinus comatus als Heil- und Vitalpilz verwendet, da er viele Vitamine, Mineralstoffe und andere wertvolle Stoffe enthält, darunter zahlreiche Lektine (die höchste Lektinaktivität aller Speise- und Vitalpilze), L-Ergothionin und das Polysaccharid Fucogalactan. Er hilft beispielsweise bei Diabetes mellitus, bei Herz- und Kreislauf-Erkrankungen, bei Verdauungsproblemen und bei Hämorriden. Neueren Studien zufolge haben die Inhaltsstoffe des Coprinus die Fähigkeit, die Rezeptoren für Sexualhormone an Tumorzellen zu blockieren und können so die Zellaktivitäten von hormonabhängigen Krebsarten wie Brust- oder Prostatakrebs beeinflussen.
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